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Montag, Mai 18, 2009

Und noch eine unheimliche Begegnung...

Heute hatten wir mal wieder ein recht abwechslungsreiches Programm vor uns... ich berichte vom ersten Teil, Mike macht dann den zweiten Teil später.

Schon wieder eine unheimliche Begegnung... heute aber aus einer ganz anderen Richtung:

 

Wir haben eine stillgelegte Atomraketenabschussanlage besucht, die bis 1993 im Betrieb war und sogenannte Minuteman-Raketen abschiessen konnte. Bei der Gelegenheit konnten wir auf den Plänen sehen, wie sehr der komplette Bundesstaat South Dakota noch bis vor kurzen von Abschussanlagen übersät war, allesamt mit Zielen in der damaligen Sowjetunion.

In solchen "National Historic Sites" werden wenn möglich Augenzeugen der damaligen Zeit als Tourguides eingesetzt, so auch hier. Wir hatten zwei Tourführer, die beide in einer dieser Abschussstationen gearbeitet haben - und unterschiedlicher nicht hätten sein können. Aber der Reihe nach... nach dem wir uns im Hauptquartier gemeldet hatten (musste man Wochen vorher per Telefon anmelden - es gibt nur ca. 10 Plätze pro Tour und nur 1-2 Touren pro Tag), sind wir im Auto-Konvoi zu einer Abschusszentrale gefahren. Von aussen ein völlig unscheinbares Gebäude mitten in einem Feld - Tarnung ist eben alles!

Im Inneren fuhr man dann mit einem Fahrstuhl runter in die Erde und traf dann dort auf diese atomfeste Bunkertür:

Und dahinter kamen dann die Arbeitsplätze der jeweils zu zweit arbeitenden Minuteman-Teams zum Vorschein:

Diese Arbeitsplätze sind noch immer im Orginalzustand - lediglich Dekodier- und geheime Abschusscode-Unterlagen wurden entfernt. Und nun kommen wir zu den erwähnten Unterschieden zwischen den beiden Tourguides: der erste war ein ehemaliger Kommandant einer dieser Anlage und entsprechendend begeistert und motiviert, von seiner Arbeit zu erzählen. Und er hat uns natürlich gleich ausgiebig erläutert, wie man so eine Rakete zum Abschuss bringt.

Das ist eines der beiden Abschuss-Schlösser, mit dem der Abschuss initialisiert wird

Danach sind wir zu einer der Raketensilos gefahren, um uns das mal aus der Nähe anzusehen.

Die Glaskuppel wurde natürlich erst später angebracht, damit man mal ins Innere eines Silos schauen kann:

Das ist eine Traningsrakete, mit der die Minuteman-Teams ausgebildet wurden

Hier hatten wir nun Gelegenheit, mit dem zweiten Tourguide zu reden, einem ehemaligen Raketentechniker. Er sah das interessanterweise völlig anders als unser erster Führer. Er erzählte uns sogar, dass leider immer noch ca. 500 dieser Raketen in den USA im Betrieb sind und wie schade dies ist, obwohl doch der Kalte Krieg eigentlich vorbei sein sollte.

Das war ein interessantes Erlebnis, welches einem echt zu denken gibt.

Posted by Lars at 7:51 PM